Dr. Laura Röhrig: „Ich bin Dr. Laura Röhrig und habe zwischen 2019 und 2023 an der University of Edinburgh meinen PhD in Plant Sciences absolviert. Das Thema meiner Promotion war die „Untersuchung der genetischen Grundlagen der Ramularia-Blattfleckenkrankheit in Gerste“ – einer weltweit bedeutenden Pflanzenkrankheit, die zu erheblichen Ertragsverlusten führen kann und eine zunehmende Herausforderung für die Landwirtschaft darstellt. Da die Gerstenproduktion nicht nur in Schottland eine bedeutende Nutzpflanze darstellt, sondern auch in Deutschland, war Bestandteil meiner Forschung die enge Zusammenarbeit mit einem deutschen Pflanzenzüchter, welcher Feldversuche über zwei Jahre für mich durchgeführt hat. Dieser wissenschaftliche Austausch hat meine Arbeit maßgeblich bereichert und eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig internationale Kooperationen sind, um innovative und nachhaltige Lösungen für die Landwirtschaft zu entwickeln.

Daher habe ich mich 2022 auf die Förderung der Erwin Fromme Stiftung beworben, um meine Promotion 2023 ohne finanzielle Nöte abschließen zu können. Die Förderung hat für mich in einer sehr herausfordernden Phase meiner Karriere einen entscheidenden Unterschied gemacht. Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie führten dazu, dass ich meine Laborarbeit erst im Jahr 2021 beginnen konnte. Dadurch verzögerte sich auch der Abschluss meiner Promotion. Obwohl diese Verzögerung außerhalb meines Einflusses lag, wurde mein universitäres Stipendium nicht entsprechend verlängert, sodass die letzte Phase meiner Promotion eine große finanzielle Herausforderung darstellte.

Die Unterstützung der Erwin Fromme Stiftung ermöglichte es mir, mich vollständig auf den Abschluss zu konzentrieren und alle notwendigen Laborarbeiten abzuschließen. Dafür werde ich für immer von Herzen dankbar sein. Es ist keineswegs selbstverständlich, als deutsche Wissenschaftlerin während einer Promotion im Ausland eine solche Förderung zu erhalten. Umso mehr weiß ich das entgegengebrachte Vertrauen und die Wertschätzung meiner Arbeit zu schätzen. Diese Förderung hat mir nicht nur finanzielle Sicherheit gegeben, sondern mir auch ermöglicht, ein Forschungsprojekt erfolgreich abzuschließen, das durch die Zusammenarbeit zwischen der Universität Edinburgh und einem deutschen Pflanzenzüchter den internationalen Wissenstransfer in der Pflanzenzüchtung stärken konnte.

Das Thema Wissenstransfer und internationale Zusammenarbeit hat mich auch nach meiner Promotion auf meinem weiteren beruflichen Weg begleitet. Nach meinem Abschluss begann ich als Projektmanagerin im Hybridweizen-Team von RAGT Seeds Ltd., wo ich über zwei Jahre für die Zusammenarbeit zwischen RAGT und Bayer Crop Science verantwortlich war. Dabei konnte ich meine Erfahrungen aus der Forschung mit der praktischen Umsetzung in der Pflanzenzüchtung verbinden.

Gleichzeitig habe ich gemerkt, wie sehr mir die eigene wissenschaftliche Arbeit und die Möglichkeit, an einem Forschungsprojekt zu arbeiten, fehlen. Seit Anfang 2026 bin ich daher als Knowledge Transfer Partnership (KTP) Associate bei Eden Research Plc. und der Royal Holloway University of London tätig. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit verbinde ich wissenschaftliche Forschung mit der praktischen Anwendung in einem innovativen Unternehmen und arbeite an der Entwicklung nachhaltiger biologischer Pflanzenschutzlösungen für die Landwirtschaft. Diese Position ermöglicht es mir, meine wissenschaftliche Erfahrung einzubringen und gleichzeitig den Wissenstransfer zwischen Universität und Industrie aktiv mitzugestalten.

Wenn ich auf meinen bisherigen Weg zurückblicke, bin ich besonders dankbar, dass es Stiftungen wie die Erwin Fromme Stiftung gibt, die junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gerade in herausfordernden Phasen gezielt unterstützen. Eine solche Förderung schafft nicht nur finanzielle Sicherheit, sondern vermittelt auch Vertrauen, Anerkennung und die wertvolle Ermutigung, den eigenen wissenschaftlichen Weg weiterzugehen. Ich hoffe, dass auch zukünftige Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler von dieser wertvollen Unterstützung profitieren und dadurch die Möglichkeit erhalten, ihre Forschung und ihre Ideen in der Landwirtschaft weiterzuentwickeln.“

Dr. Laura Röhrig
PhD, Molecular Plant Sciences, University of Edinburgh