Erwin Fromme – ein Leben mit und für den Agrarhandel
Erwin Fromme wurde als jüngstes von 3 Kindern am 12. Oktober 1929 in Salzgitter-Ringelheim geboren.
Bis zu seinem Tod am 21.12.2023 hatte er sich als herausragende Persönlichkeit der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft einen Namen gemacht. Sein kritischer Verstand und seine Wissbegierde, gepaart mit einer hohen Innovationsbereitschaft und einem sicheren Gespür für das Wesentliche und Machbare, haben Erwin Fromme zu einem sehr erfolgreichen Unternehmer seiner Zeit gemacht.
Eine Kindheit im „Dritten Reich“, sowie kurz vor Kriegsende als 15-jähriger ein Einsatz als Flakhelfer in den Niederlanden, haben Erwin Fromme und seinen Lebensweg geprägt. Ein weiterer prägender Schicksalsschlag war die russische Kriegsgefangenschaft und der frühe Tod seines älteren Bruders Wilhelm im Jahr 1965.
Wilhelm Fromme wurde 1940 von der Schulbank weg Soldat und kam erst 1950 aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück. Nach intensiver kaufmännischer Ausbildung trat er in den väterlichen Landhandelsbetrieb ein.
1952 wurden Wilhelm und Erwin Fromme von ihrem Vater Otto als Kommanditisten in dem Landhandelsbetrieb beteiligt. Sie waren die 6. Generation des 1781 durch Franz Christian Rudolf Fromme in Haverlah als Handelsmann gegründeten Unternehmens, Wilhelm Fromme Landhandel.
Ein Unternehmer mit klaren Zielen und Werten
Erwin Fromme absolvierte nach dem Abitur seine Lehre in einem Hildesheimer Landhandelsbetrieb. Es folgten Jahre verschiedener Tätigkeiten im Großhandel, eher er in das väterliche Geschäft eintrat. Gefördert wurde er durch seinen väterlichen Freund, den Hamburger Kaufmann Alfred C. Toepfer, den er sehr schätzte und bewunderte.
1965, nach dem plötzlichen Tod seines Bruders Wilhelm, trat Erwin Fromme als haftender Gesellschafter in das väterliche Geschäft ein.
Er baute den Landhandelsbetrieb, den er seit 1973 nach dem Tod seines Vaters Otto alleinverantwortlich leitete, zielstrebig und zukunftsorientiert zu einem wichtigen und leistungsfähigen Marktpartner für die Landwirtschaft in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt aus. Dazu gehörten Übernahmen und Integrationen von zahlreichen regionalen Händlern, sodass das Kerngebiet und das Portfolio seines Unternehmens wesentlich erweitert wurden. Ein großer Schwerpunkt war die intensive Zusammenarbeit mit den Mühlen.
Engagiert für den Berufsstand
Bereits seit 1951 setzte sich Erwin Fromme in der berufsständischen Arbeit, davon sieben Jahre als Bundessprecher der Junioren des deutschen Landhandels, ein. Seit 1965 war er als Vorstandsmitglied auf Bundes- und Landesebene in der Berufsorganisation des deutschen Landhandels tätig. Er übernahm 1974 den Vorsitz des Landhandelsverbandes Niedersachsen.
Eine enge tiefe Verbundenheit hatte er mit der Getreide- und Forschungsanstalt in Detmold. Anfänglich war er in Brüssel bei der Agrarkommission mit aktiv, musste diese Tätigkeit, mit großem Bedauern, aber aufgrund vorrangiger Interessen des eigenen Unternehmens aufgeben. Bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung BALM seinerzeit, heute Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), war er viele Jahre aktiv im Aufsichtsrat tätig.
Ferner war er jahrzehntelanger Vorsitzender des Getreideausschusses des Bundesverbandes Agrarhandel (BVA). Dort machte er sich durch sein fundiertes Wissen, sein Engagement und auch seine kritischen Anmerkungen einen Namen – nicht nur in der Getreidewirtschaft. Auch in anderen berufsständischen Organisationen oder der Politik wurde die fachliche Expertise des „Getreidepapstes“ Erwin Fromme hochgeschätzt.
Der Politikberater hinter den Kulissen und harter Kämpfer für die Sache war definitiv nicht immer bequem, aber konsequent, authentisch und respektiert.
Bei mancher Veranstaltung war Erwin Fromme ein Gewinn für alle Teilnehmer, wenn der ewig Junggebliebene mit seiner ihm eigenen markanten Stimme das Wort im Zuschauerraum ergriff und dadurch auch einer drögen Veranstaltung dazu verhalf, Fahrt aufzunehmen. Er hinterfragte die Sinnhaftigkeit politischer Entscheidungen – getreu seiner Überzeugung „nicht zu viel staatliche Regulierung … das regelt der Markt“ – und traf sehr oft den Nagel auf den Kopf. Die väterliche Herzlichkeit von Erwin Fromme zeichnete ihn als wichtigen Brückenbauer in der Branche aus. So war er auch maßgeblich daran beteiligt, die „frühere Mauer“ zwischen den privaten Agrarhändlern und den Genossen durch sein Wirken und Vermitteln abzubauen. Aber auch für seine Mitarbeiter, deren Ideen und Nöte, hatte er stets ein offenes Ohr und hat sich für ihr Wohl mit Rat und auch mit Tat eingesetzt.
Sein Motto: Lebenslanges Lernen
Er hatte zu seinem großen Bedauern nicht die Möglichkeit, zu studieren.
Daher waren für Erwin Fromme der Nachwuchs, die ständige Weiterbildung und „lebenslanges Lernen“ ein wichtiger Antrieb. Die nachhaltige Förderung der Berufsbildung junger Landhandelskaufleute in Deutschland lag ihm am Herzen etwa durch die Förderung von Qualifizierungsmaßnahmen im Beruf, Praktika in der Agrarwirtschaft anderer Länder, von wissenschaftlichen Arbeiten im Agrarbereich und Fortbildungsveranstaltungen der Bundeslehranstalt Burg Warberg e.V. Diese finden sich in den Förderungen der Erwin Fromme Stiftung wieder, die er zu seinem 70. Geburtstag gewidmet bekommen hat.
Bis zuletzt war die „Burg Warberg“, auf der vieles an ihn erinnert, sein zweites Zuhause.
Nachfolge klar geregelt
Der passionierte Jäger konnte aber auch loslassen. 2004 zog sich Erwin Fromme aus dem aktiven Geschäft der Firma Wilhelm Fromme zurück. Geprägt von dem damaligen Wertebild wurde sein Sohn Kurt als Nachfolger auserkoren. Immer mit dem Traditions-Anspruch „Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen“.
Kurt Fromme ist seit 2004 alleiniger Inhaber des Unternehmens. In 8. Generation ist Enkelsohn Christoph Fromme, der seit 2022 mit in der Geschäftsführung tätig ist, für die Nachfolge vorgesehen.
Vom operativen Bereich befreit, fungierte Erwin Fromme als Aufsichtsrat des Unternehmens, als Berater in der Branche unverändert mit Kraft und Weitsicht zum Wohle der Firma, des privaten Landhandels und der Agrarbranche im Allgemeinen.
Für seine Verdienste und sein Engagement für die Agrarwirtschaft wurde er u.a. ausgezeichnet mit dem Bundesverdienstkreuz, dem Josphs-Thaler als höchste Auszeichnung des deutschen Agrarhandels (verliehen vom Zentralverband des Deutschen Getreide-, Futter- und Düngemittelhandels e.V.), der Max-Eyth-Denkmünze in Silber (verliehen von der DLG), der Roemer-Medaille (verliehen von der Arbeitsgemeinschaft Getreideforschung e.V.), sowie der Goldenen Medaille vom Niedersächsischen Landvolk. Er war ferner berufenes Mitglied der Albrecht Thaer Gesellschaft.
Persönlichkeit mit sozialem Engagement
Erwin Fromme war Vater von 3 Kindern.
Symbolisch hatte er vier Kinder, denn das Unternehmen stand für ihn immer an erster Stelle. Seine Ehefrau Elfriede war die Tochter des Landhändlers Raichle aus Kirchheim Teck. Sie hatten sich auf einem Wanderlehrgang der Burg Warberg in Hennef kennengelernt. Getreu dem Motto „hinter einem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau“, hat sie ihm immer den Rücken freigehalten. Zunächst für die Kindererziehung und Familie verantwortlich, war Elfriede Fromme, nachdem die Kinder „groß waren“ als Prokuristin aktiv und prägend im Betrieb tätig. Sie war seine „rechte Hand“ und Vertraute. Die beiden waren ein gutes sowie erfolgreiches Team und die Firma ihr gemeinsames Lebenswerk. Ohne die Unterstützung seiner Ehefrau Elfriede hätte er all seine vielfältigen Aktivitäten nicht darstellen können.
Denn Erwin Fromme war zudem sehr eng mit seinem Heimatort Ringelheim, den Bewohnern und Vereinen verbunden. Politisch war er im Ortsrat der Stadt Salzgitter für die CDU tätig und hat dadurch auch die Interessen seines Heimatdorfes Ringelheim vertreten können. Zudem war er aktives Mitglied der Feuerwehr, passives Mitglied im Sportverein und im Bürgerverein Ringelheim engagiert. Auch für den Denkmalschutz setzte er sich ein und bedachte seinen Heimatort mit großzügigen Spenden – getreu seiner Einstellung „Vermögen verpflichtet gegenüber der Gesellschaft“, zu der er unter anderem in dieser Form seinen Beitrag leisten wollte.

Maßgeblich geprägt durch den Freimaurer-Geist hat Erwin Fromme seine persönlichen Belange höheren Zwecke und Zielen untergeordnet und dafür auch die daraus resultierenden Nachteile und persönlichen Härten bewusst in Kauf genommen.
Die Heimatverbundenheit drückte sich auch in seinen Lieblingsfarben aus: blau & gelb – die Farben vom Braunschweiger Land und von seiner Firma Wilhelm Fromme Landhandel, was auch bei allen Feiern in der Dekoration zum Ausdruck kam.
Wie kann ich gefördert werden?
Die Grundgedanken der Stiftung spiegeln sich in drei Förderformen wider, mit denen Motivation, Engagement und gute Leistungen im Beruf belohnt werden.
Wie kann ich gefördert werden?

Die Grundgedanken der Stiftung spiegeln sich in drei Förderformen wider, mit denen Motivation, Engagement und gute Leistungen im Beruf belohnt werden.
Gemeinsam mehr bewirken
Die Erwin Fromme Stiftung unterstützt junge Menschen im Agrarhandel auf ihrem Bildungs- und Berufsweg. Mit Ihrer Spende oder Zustiftung ermöglichen Sie Qualifizierung, internationale Erfahrungen, wissenschaftliche Arbeiten und innovative Projekte – und leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Zukunft der gesamten Agrarbranche.
Zukunft fördern – Nachwuchs stärken
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Zukunft fördern – Nachwuchs stärken